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Fahrräder im Hausflur

Fahrräder im Hausflur

Im Jahr 2012 wurden in Deutschland 326.159 Fahrräder gestohlen. Nur rund 9,7 Prozent der Fälle konnten aufgeklärt werden. So ist es nicht verwunderlich, dass viele Fahrradfahrer versuchen ihr Rad so gut wie möglich zu schützen. Am sichersten steht es in einem für die Allgemeinheit nicht zugänglichen Raum – aus diesem Grund wählen viele Radler die Hausflure, Keller und Treppen ihres Mietshauses für das Abstellen des „Drahtesels“ aus. In vielen Fällen ist das Abstellen auf Vorplätzen, im Flur und auf Treppen jedoch durch den Vermieter in der Hausordnung verboten. Diese Klauseln sind nur dann wirksam, wenn der Vermieter eine adäquate Alternative, also einen explizit ausgewiesenen Abstellraum, für die Räder zur Verfügung stellt.

Abstellraum für Fahrräder im Mietshaus

Stellt der Vermieter einen angemessenen Abstellraum für die Fahrräder zur Verfügung, kann er erwarten, dass dieser auch genutzt wird und die Räder nicht mehr im Eingangsbereich, in Fluren oder Gängen untergebracht werden. Wird der Fahrradkeller mietvertraglich zugesichert, muss es diesen auch geben und er muss nutzbar sein. Werden dem Mieter die Nutzungsmöglichkeiten entzogen, kann er unter Umständen laut eines Urteils des Amtsgerichtes Menden eine Mietminderung durchsetzen. Auch, wenn der Vermieter seinen Mietern einen Abstellraum für die Fahrräder zur Verfügung stellt und darauf basierend ein Abstellen des Rades in anderen Teilen des Mietshauses in der Hausordnung untersagt, kann der Mieter ein besonders hochwertiges Rad in der eigenen Wohnung unterbringen. Dies gehört zum vertragsgemäßen Gebrauch der Mietwohnung und ist zulässig.

Fahrräder auf dem Mietparkplatz

In einigen Fällen haben Mieter die Möglichkeit einen Parkplatz zur ihrer Wohnung dazu zu mieten. Werden hier Fahrräder abgestellt und daraufhin vom Vermieter entfernt, ist dies nicht zulässig. Zwar nutzt der Mieter den KFZ-Parkplatz mit dem Abstellen der Räder nicht vertragsgemäß, das eigenmächtige Entfernen und Entziehen der Fahrräder durch den Vermieter ist jedoch rechtswidrig. Fallen dem Mieter in der Zeit, in der ihm das Fahrrad durch den Vermieter entzogen wird, Kosten für ein Mietfahrrad an, kann er diese beim Vermieter geltend machen, entschied das Amtsgericht Schöneberg.

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