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Vorvermieterbescheinigung – was ist das?

Vor dem Einzug in einer neue Wohnung erwarten immer mehr Vermieter vom zukünftigen Mieter eine Vorvermieterbescheinigung. Sie soll den Mieter vor problematischen Mieter, wie beispielsweise Mietnomaden, schützen. Die Vorvermieterbescheinigung gibt Auskunft und beurteilt das Verhalten des Mieters während seiner Mietzeit in der vorherigen Wohnung, ähnliche wie bei einem Arbeitszeugnis durch den Arbeitgeber. Im Internet gibt es Vordrucke für die Bescheinigung, die unter anderem darauf eingehen, ob Mieter oder Vermieter das Mietverhältnis ordentlich oder außerordentlich gekündigt haben und aus welchem Grund, ob noch Forderungen vom Vermieter an den Mieter ausstehen und wie das Mietverhältnis im Allgemeinen verlief (war es friedlich oder gab es Differenzen?). Der Vorvermieter ist verpflichtet, die Bescheinigung wahrheitsgemäß auszufüllen und haftet für eventuell getätigte Falschaussagen.

Rauswurf durch gefälschte Vorvermieterbescheinigung

Vielleicht mag der eine oder andere Mieter auf die Idee kommen sich selbst eine Vorvermieterbescheinigung auszustellen, wenn diese gefragt ist – doch dies kann erhebliche Konsequenzen haben. Vor dem Bundegerichtshof wurde ein Fall verhandelt, bei dem ein Mieter sich selbst eine Vorvermieterbescheinigung ausgestellt hatte, die besagte, dass er Miete und Kaution pünktlich gezahlt habe. Der neue Vermieter kündigte dem Mieter fristlos nachdem der Betrug aufgeflogen war – zu Recht, entschied der BGH, denn der Mieter hatte mit den falschen Angaben seine vorvertraglichen Pflichten verletzt. Wichtig ist jedoch, wann der Vermieter den Betrug entdeckt hat, da die Kündigung dann zeitnah erfolgen sollte. Um dies zu klären, gab der BGH den Fall an das Landgericht zurück.

Vorvermieterbescheinigung und Datenschutz

Für die Beschaffung der Vorvermieterbescheinigung ist der Mieter selbst verantwortlich. Wendet sich der zukünftige Vermieter aber selbst an Dritte, wie beispielsweise den vorherigen Vermieter, die Schufa oder eine Bank, um Informationen über den potentiellen Mieter einzuholen, ist dies aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht erlaubt. Der Vermieter muss in solchen Fällen immer eine Erlaubnis des Mieters einholen. Aus diesem Grund fordert der Vermieter die Beschaffung der Vorvermieterbescheinigung vom Mieter selbst.

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